Er bedarf der notariellen Beurkundung. Der Pflichtteilsverzicht kann mit oder ohne Abfindung vereinbart werden und setzt in der Regel voraus, dass die Verzichtenden volljährig sind, da andernfalls die notwendige vormundschaftsgerichtliche Genehmigung kaum zu erhalten sein wird. Der Pflichtteilsverzichtsvertrag kann auch gegenständlich beschränkt werden.

Ehegatten mit Kindern wollen sich gegenseitig zu Erben einsetzen und ihre Kinder möglichst davon abhalten, nach dem Tode des Erstversterbenden Pflichtteilsansprüche geltend zu machen. Ein Pflichtteilsverzicht lässt sich jedoch nicht erreichen. Hier kann verfügt werden, dass dasjenige Kind, das beim ersten Erbfalls Pflichtteilsansprüche geltend macht, beim zweiten Erbfall enterbt wird bzw. werden kann. Zugunsten der anderen Kinder, die keinen Pflichtteil geltend gemacht haben, können entsprechend bedingte Vermächtnisse ausgesetzt werden nach dem Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“.

Ein pflichtteilsberechtigter Abkömmling soll eine Zuwendung erhalten, die auf ein etwaiges Pflichtteilsrecht im Erbfall anzurechnen ist. Eine Anrechnung von Zuwendungen auf den Pflichtteil erfolgt nur, wenn diese bei Vornahme der Zuwendung ausgesprochen wurde, was auch formlos geschehen kann. Der Ausspruch sollte ggf. beweisbar sein. Eine nachträgliche Pflichtteilsanrechnung setzt dagegen die Mitwirkung des Betroffenen und die Einhaltung der Beurkundungsform voraus.

Der Erblasser ist in zweiter Ehe verheiratet und hat ein Kind aus erster Ehe und zwei Kinder aus der zweiten Ehe. Im Ehevertrag der zweiten Ehe wurde Gütertrennung vereinbart. Wenn sich die Ehegatten gegenseitig zu Erben einsetzen, beträgt die Pflichtteilsquote des Kindes aus erster Ehe 1/6. Wird dagegen der gesetzliche Güterstand vereinbart (ggf. mit Ausschluss des Zugewinnausgleichs im Scheidungsfall) beträgt die Pflichtteilsquote des Kindes aus erste Ehe nur 1/8.

Der Pflichtteilsberechtigte hat dem Erblasser nach dem Leben getrachtet, ihn vorsätzlich körperlich misshandelt oder sich ihm gegenüber eines Verbrechens oder schweren vorsätzlichen Vergehens schuldig gemacht. Nach der gesetzlichen Neuregelung sind weitere Tatbestandsmaerkmale hinzu gekommen (s.o.). Hier kann bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen durch Verfügung von Todes wegen der Pflichtteil entzogen werden.

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