Zu beachten ist, dass der Unterhaltstatbestand auch wechseln kann, sofern sich dieser Wechsel unmittelbar im Anschluss an einen früheren Tatbestand vollzieht. (Beispiel: Im Anschluss an die Kindererziehung wird der Ehegatte arbeitslos. Gegenbeispiel: Nach der Kindererziehung findet der Ehegatte Arbeit, wird jedoch zwei Jahre später arbeitslos.)

Die Unterhaltsrichtsätze des berechtigten Ehegatten werden nach der überwiegend angewendeten Düsseldorfer Tabelle (Leitlinien der Familiensenate des Oberlandesgerichts Düsseldorf, die jeweils zum 1. Juli eines Jahres angepasst werden) wie folgt ermittelt:

  • Der Unterhaltspflichtige ist erwerbstätig, der Berechtigte hat jedoch kein Einkommen: 3/7 des anrechenbaren Erwerbseinkommens sowie die Hälfte des anrechenbaren sonstigen Einkommens des Pflichtigen
  • Der Unterhaltspflichtige ist erwerbstätig, der Berechtigte erzielt ebenfalls Einkommen:
    a) Sofern die Ehegatten eine Doppelverdiener-Ehe geführt haben, sind 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten geschuldet, zuzüglich der Hälfte der Differenz der sonstigen anrechenbaren Einkünfte, etwa aus Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünften
    b) Haben die Ehegatten eine Alleinverdiener-Ehe mit Haushaltsführung bzw. Kindererziehung des nunmehr unterhaltsbedürftigen Ehegatten geführt, ist nach einem Urteil des BGH vom Juni 2001 (FamRZ 2001, 986) der Wert der Hausfrauentätigkeit (und zwar betragsmäßig ausgedrückt in Höhe des Einkommens, das sie nach der Scheidung durch Erwerbstätigkeit tatsächlich erzielt oder erzielen könnte – FamRZ 2003, 434) zum prägenden, bereinigten Einkommen des Zahlungspflichtigen hinzuzurechnen und bezeichnet damit den früheren gemeinsamen ehelichen Lebensstandard. Von der Hälfte dieses Betrags (dem Bedarf der Ehefrau) ist dann deren tatsächlich erzieltes oder fiktiv erzielbares jetziges Einkommen abzuziehen. (Beispiel: Prägendes Einkommen des Ehemanns 2.000 Euro, Wert der Hausfrauentätigkeit, gemessen am nunmehrigen Einkommen, 650 Euro, ergibt Bemessungsbetrag von 2.650 Euro, zur Hälfte also 1.325 Euro. Nach Abzug des anzurechnenden Einkommens der Ehefrau bleibt ein monatlicher Unterhaltsanspruch von 675 Euro; der Selbstbehalt des Mannes ist nicht unterschritten. Verbleibendes Einkommen des Mannes und der Ehefrau, aufgrund des Geldtransfers, also jeweils 1.325 Euro) Diese Sachverhalte wurden früher anders berechnet.
  • Der Unterhaltspflichtige ist nicht erwerbstätig (z. B. Rentner): Grundsätzlich gilt gleiches wie oben, allerdings tritt an die Stelle von 3/7 jeweils 1/2.

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