Gemäß § 1579 ff BGB entfällt der Unterhalt in bestimmten Fällen, beispielsweise bei kurzer Ehedauer (einschließlich Trennungszeit nicht mehr als zwei Jahre), Straftaten und sonstigen böswilligen Schädigungen gegen den Ehegatten sowie bei erneuter Heirat des unterhaltsberechtigten Ex-Ehegatten (§ 1586 Abs. 1 BGB); der nacheheliche Unterhaltsanspruch kann dann jedoch bei Beendigung dieser späteren Ehe wieder aufleben.

Heiratet der Unterhaltspflichtige erneut, kann dennoch der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten gemäß § 1582 BGB dem Anspruch des nunmehrigen Ehegatten in bestimmten Fällen vorgehen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der geschiedene Ehegatte gemeinsame Kinder betreut, oder wenn die Ehe lange Zeit gedauert hat (ab etwa 15 Jahren), oder aber wenn der neue Ehegatte wegen eigener guter Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Fall einer Scheidung keinen Unterhaltsanspruch hätte.

Im Bereich des nachehelichen Unterhalts sind - bereits bei Eheschließung, während der Ehe oder im Rahmen einer Scheidungsvereinbarung anlässlich der Trennung - vertragliche Vereinbarungen denkbar. So können beispielsweise einzelne Unterhaltstatbestände ausgeschlossen werden, es kann eine Deckelung des zu zahlenden Unterhaltsbetrags (dann allerdings regelmäßig mit Wertsicherung durch Anpassung an die Inflation) vereinbart werden, es können zeitliche Höchstdauern der Zahlungspflicht geschaffen werden, oder auch eine andere Ermittlungsquote als die geschilderten 3/7- bzw.1/2- Anteile. Die angemessene Gestaltung im Einzelfall kann nur in einer gemeinsamen Erörterung Ihrer Verhältnisse und Wünsche vor dem Notar gefunden werden. Zu beachten ist dabei, dass ein gänzlicher Unterhaltsverzicht in bestimmten Fällen unwirksam sein kann, nämlich wegen Verstoßes gegen die guten Sitten (§ 138 BGB), insbesondere wenn aus der Prognose zum Zeitpunkt der Verzichtserklärung der verzichtende Ehegatte künftig unvermeidlich auf Sozialhilfe angewiesen wäre. Gleiches gilt, wenn der Verzicht aufgrund eines Verhandlungsungleichgewichtes oder einer „Drucksituation“, etwa Schwangerschaft eines Beteiligten mit Heiratswunsch (BVerfG vom 29.03.2001), zustande gekommen ist. Auch wenn der Ausschluss des Unterhalts im Zeitpunkt der Verzichtserklärung jedoch wirksam war, kann die Berufung auf diesen Verzicht wegen Verstoßes gegen Treu und Glauben unzulässig sein, wenn dieser Verzicht sich später zu Lasten gemeinsamer Kinder auswirken sollte, z. B. weil der Ehegatte dadurch zu einer Erwerbstätigkeit gezwungen ist und die Kinder demnach vernachlässigen müsste. Geschuldet ist trotz des an sich wirksamen Verzichts in diesem Fall ein „Notunterhalt“, zumindest bei zum achten Lebensjahr des jüngsten Kindes. Die Grenzen der Vertragsfreiheit sind (so der BGH im Urteil vom 11.2.2004) dort erreicht, wo die Vereinbarung den ehelichen Lebensverhältnissen in keiner Weise mehr gerecht wird, also evident einseitig und für den belasteten Ehegatten unzumutbar ist. Dies ist um so eher der Fall, als in den Kernbereich der gesetzlichen Einsprüche eingegriffen wird, also in erster Linie in den Unterhalt wegen Kindesbetreuung, in zweiter Linie aber auch in den Alters- und Krankheitsunterhalt.

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